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Samstag, 03 März 2012 09:54

Interview mit Christoph Hörstel

 Interview mit Christoph Hörstel
Es muss klar sein, dass die Welt erst in Ruhe kommt, wenn diese unsinnige Flottenkonzentration, diese unsinnige Lügenwolke um das zivile iranische Atomprogramm herum aufhört.

Ein Interview mit dem Nahost-Experten und Buch-Autor, Christoph Hörstel, über israelisch- amerikanische Drohungen gegen Iran.

Rundfunk: Herr Hörstel, die Internationale Atomenergiebehörde(IAEA) legte am Freitag einen neuen Bericht zum iranischen Atomprogramm vor. Dieser Bericht wurde sehr unterschiedlich ausgelegt und entsprechend interpretiert. Wie ist die Wahrnehmung in den westlichen Medien?

Hörstel: Die Wahrnehmung ist weiterhin nicht positiv für den Iran. Im Moment haben wir eine praktisch gespaltene Situation: Während aus den USA ein interessanter Geheimbericht veröffentlicht wird, auf den wir lange gewartet haben, der viele Monate in der Schublade ruht,    aus dem hervorgeht, dass Iran derzeit kein Atomwaffenprogramm verfolgt, haben wir trotzdem von der IAEA in Wien negative Äußerungen über das iranische Verhalten in dieser Frage. Das interessante ist, dass die Behörde immer wieder versucht, Iran zu Besichtigungszugeständnissen zu bringen, zu denen Iran gar nicht verpflichtet ist. Das ist mal eine Sache aus der Behörde heraus. Wir dürfen nicht vergessen, wie diese Behörde auch mit dem Irak umgegangen ist. Und schließlich Äußerungen auch von den amerikanischen Staatsbürgern hochrangiger Art dazu hatten, dass im Grunde genommen die CIA die Beobachtungsprogramme dazu genutzt hat, um den Irak vor Kriegsbeginn den USA restlos den USA auszuspielen. Aufgrund dieser ganz klaren Erfahrung kann man sagen, die Atomenergiebehörde versucht sozusagen  noch „päpstlicher sein als der Papst selbst“ und versucht, Washington in jeder Form entgegenzukommen. Das überrascht niemand mehr. Die Verhältnisse, die der neue IAEA-Direktor, Amano, kennt, über den schrieb Guardian: Er sei kuschelig mit dem Amerikanern und das Blatt berief sich auf ganz eindeutige Wikileacks-Dokumente. Tatsächlich gibt es eine Historie sehr lieber dienstlicher Aktionen dieses neuen IAEA-Direktors mit den USA. Das ist eigentlich nur noch peinlich. Dann kommen eben die tatsächlich wichtigen Erklärungen auch aus den USA, die klar erkennen lassen, dass man dort nicht ein Atomwaffenprogramm des Irans sieht und damit auch ganz klar die Drohkulisse aus den USA soll gegenüber dem Iran aufrechterhalten werden, aber auf gar keinen Fall möchte man zum jetzigen Zeitpunkt tatsächlich einen Krieg beginnen.

 

Rundfunk: Wie ist es, dass die IAEA-Berichte in der Zeit des neuen IAEA-Direktors sehr unterschiedlich interpretiert werden?

 

Hörstel:      Wir haben ganz klar ein internationales Tauziehen um den westlichen Druck auf den Iran. Der Westen tut alles- und zwar unter dem Tisch, also heimlich, und auf dem Tisch, also öffentlich,  um den Iran restlos unter Druck zu setzen. Das geht gar nicht um das Atomprogramm. Wir haben – Herr Shahrokny- Sie und ich – darüber gesprochen. Es geht im Grunde darum, dass man im Iran eine willfährige Regierung einsetzen will, eine Regierung, die macht, was Washington sagt. Eine unabhängige Regierung, die sich nur um das Interesse ihres Volkes kümmert so wie sie es beeidet hat gegenüber der Bevölkerung, die sie gewählt hat, so etwas mag Amerika nicht und zwar nicht nur im Falle Irans, sondern überall auf der Welt nicht, deswegen haben wir auch in der Nato  überall willfährige Regierungen auch in Deutschland. Dieses Thema wird jetzt sozusagen einfach auf dieses Atomprogramm übergestoßen, weil man natürlich weiß, dass wenn der Iran erfolgreiches ziviles Atomprogramm hat, dass er  dann unabhängig wird von den ganzen Machenschaften der USA hauptsächlich auf dem Energierohstoffsektor und damit fällt eine wichtige Erpressungsmöglichkeit weg. All dies ist nicht im Interesse Washingtons. Man muss es richtig einordnen. Und so kommt es, dass alles völlig verschieden interpretiert wird. IAEA wird in Washington völlig anders gelesen als woanders und die Nato befindet sich hier global in der Minderheit, das kann man ganz klar sagen. Die Weltmehrheit denkt nicht, was die Nato und Washington denken und lassen Sie uns gesagt sein, Europa ist nicht völlig im Klaren, was die IAEA im Moment eine miese und unterdurchschnittliche Politik betreibt. Aber sie dürfen es nicht sagen. Es gibt auch in Europa z7wei Wahrheiten: Eine sozusagen unter dem Tisch, im persönlichen Gespräch, und eine offiziell erklärte. Das ist ein Zustand, der unhaltbar geworden ist.  

  Fortsetzung folgt

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Das interview führte Seyyed Hedayatollah Shahrokny



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