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Dienstag, 02 Februar 2016 10:33

Imam Chomeini - Islamisches Erwachen wird zum politischen Handeln

Imam Chomeini  - Islamisches Erwachen wird  zum politischen Handeln
  Die Islamische Revolution , die angeführt von Imam Chomeini  1979 im Iran siegte und das daraufhin gegründete  islamische Regierungssystem haben eine neue Perspektive  in der politischen Welt eröffnet.

Unter den verschiedenen Theorien zur Erklärung von Revolutionen und Regierungen, nimmt die Islamische Revolution im Iran einen besonderen Platz ein, denn sie entsprach nicht mehr den  vorherigen Kalkulationen der Politiker. Vom Wesen her ähnelt die Revolution  keiner anderen im 20. Jahrhundert.  

 

Der französische Philosoph Michel Foucault sagt:  Das Islamische Regierungssystem  war einerseits eine Maßnahme, die dazu diente, den traditionellen Strukturen der Islamischen Gesellschaft eine beständige und definierte Funktion zu verleihen und andererseits ist sie ein Weg um die spirituellen Aspekte in das politische Leben einzubringen.“

Die westlichen Denker waren über die Islamische Revolution im Iran erstaunt, was eigentlich nicht wundert, denn Jahrhundertelang galt die Trennung von Religion und Politik als allgemein gültiges Dogma im Westen. Auch in der Islamischen Welt war  nach dem Untergang der Islamischen Zivilisationsära der Gedanke unter den Religionsgelehrten aufgekommen, dass die Welt der Politik und politische Tätigkeiten die Religion verderben.  Darüber sagt Scheich Mohammad Abduh, ein Schüler von Seyyed Dschamal ad Din Asadabadi nach seiner Enttäuschung über politische Tätigkeiten. „Ich suche bei Gott Zuflucht vor der Politik und vor diesem Wort und seiner Bedeutung und jedem Wort was in der Politik ausgesprochen wird und jedem  Gedanken über die Politik, der mir durch den Kopf geht und vor jedem Bereich, in dem von der Politik gesprochen wird und vor jedem Mensch der von der Politik spricht, oder sie lehrt, oder über sie und was mit ihr zu tun hat,  nachdenkt.“

                              

Der Gedanke von der Trennung zwischen Religion und Politik liegt in zwei Dingen begründet.   Es kann sein, dass einige von einer Trennung überzeugt sind, weil sie meinen, dass die Religion nicht die Mittel und den Inhalt besitzt, welche in der Politik benötigt werden.

Imam Chomeini (rh.) schreibt an die Adresse dieser Meinungsvertreter in seinem Testament:

„Der Heilige Koran und die Vorgehensweise  des Gesandten Gottes besitzen mehr Verordnungen in Bezug auf Regierung und Staatskunst als über jeden anderen Bereich. Noch wichtiger ist, dass viele der scheinbar nur auf Gott-Dienen bezogenen Gebote im Islam in Wahrheit  auch politische Aspekte haben, deren Missachtung verantwortlich ist für die gegenwärtigen Leiden der muslimischen Welt.“

 

Einige andere sind zwar der Überzeugung, dass die Religion vollkommen ist und keinen Mangel aufweist, aber sie sind der Ansicht dass man nicht die Religion durch politische Tätigkeiten beschmutzen darf, weil die Welt der Politik verschmutzt mit Lüge und Betrug und Unrecht ist. Imam Chomeini bezeichnet auch diese zweite Denkweise als ein großes Dilemma für die Islamische Welt und erklärt, dass es sich bei deren Verbreitung um eine große Intrige seitens der Feinde des Islams handelt, die auf diese Weise ihre Kolonialmacht in den Gebieten der Islamischen Welt ausdehnen und diese ausbeuten wollten. 

 

Das Wort „Politik“ hat in der Sprache der Mystiker einen bitteren Beigeschmack und erinnert an List und Täuschung. Aber diese Art von Politik ist hier nicht gemeint.  sondern gemeint ist das Regelwerk zur Verwaltung eines Landes.  Genauer ausgedrückt: Politik soll die  Verwaltung der Angelegenheiten einer  Gesellschaft in einer Weise bedeuten, dass das materielle und immaterielle Wohl dieser Gesellschaft gewährleistet ist.

Imam Chomeini war von der Vollständigkeit des Islams überzeugt und hat durch Befolgung des Beispiels des Erhabenen Propheten (Gottes Segen sei auf ihm und Friede seinem Hause) die Ausübung von  Politik in diesem Sinne als Entsprechung der Religiosität betrachtet. Er hat gesagt, dass Religiosität  keinen Sinn ergibt und vom geraden Weg abgewichen  ist, wenn nichts für die die Geltendmachung der göttlichen Gebote unternommen wird.

Als Imam Chomeini seine Revolution im Namen Gottes begonnen hatte wurde aufgrund der  in der religiösen Gesellschaft herrschenden Atmosphäre die Einmischung in die Politik so sehr verworfen, dass ein auf Persisch so genannter Achund-e siasi –als Achund-e bi Din – galt, d.h. ein politisch engagierter Geistlicher wurde als nicht-religiöse Person  verstanden. 

Aber Imam Chomeini (r.h.)  wählte gestützt auf den Koran und seine klaren  Lehren  und die Verfahrensweise des Propheten (s)einen anderen Weg. Für ihn,  Imam Chomeini, war das Schweigen gegenüber der Unterdrückung  und dem Verrat des Schah-Regimes eine Komplizenschaft  bei dessen Verbrechen. Als erstes hat er angesichts der noch unreifen Bedingungen in der Gesellschaft versucht, das Regime selber zu einer Verhaltensänderung zu veranlassen. Als dann nach einiger Zeit das allgemeine Bewusstsein und der Wille der Bevölkerung eine höhere Stufe erreicht hatten und sie religiös motiviert war,  begann er eine neue Phase seines Kampfes mit dem Ziel die Regierung zu ändern, denn es bestand keine Hoffnung auf die Reform dieser  Monarchie.   

Die Denker sehen in Imam Chomeini (r.h.) den Herold der islamischen Erweckung im 20. Jahrhundert . Er war der Vater einer Revolution, die die Einstellung zum Islam ändern und ihre Wirkung auf die internationalen Gleichungen der Hegemonieordnung demonstrieren konnte. Imam Chomeini  hat aufgrund der religiösen Lehren  die Bevölkerung über das religions- und menschenfeindliche Vorgehen des fremdabhängigen Pahlavie-Regimes und der Verbrechen der Großmächte in der Islamischen Welt aufgeklärt. Der Imam hat nicht gegenüber Unrecht und Ungerechtigkeit geschwiegen. Er rückte die Rettung des Islams und der Muslime in den Mittelpunkt seiner Aufklärung. Sein Aufruf lautete:

Ihre Muslime in allen Teilen der Welt! Erhebt euch! Ihr  Religionsgelehrten in der Islamischen Welt: eilt dem Islam und den muslimischen Ländern und Muslimen zur Hilfe! Ihr sollt, wo auch immer, wie die iranische Nation und ihre Regierung und die Gelehrten und Persönlichkeiten dieser Staatsordnung,  die Unterdrücker aus West und Ost  abweisen und ihre angeblichen Experten und Militärberater, die das Öl an sich reißen, aus dem Land vertreiben! Wie die tapferen Kämpfer des Irans solltet ihr den Märtyrertod der Schmach vorziehen und  die Ehre des Islams und der Menschlichkeit  den Vorzug geben gegenüber  einem vergänglichen niedrigen und beschämenden   Leben in Bequemlichkeit und Vergnügungen. Ihr solltet sie auf dem Schauplatz des politischen und militärischen Kampfes besiegen und euch nicht vor ihrem Propagandalärm fürchten, denn Gott der  Höchsterhabene ist mit euch!“

 

Die Bewegung Imam Chomeinis (r.h.)  endete nicht bei dem Protest und der Bewusstmachung.   Er stellte einen islamischen und auf dem Koran beruhenden Plan für die Beseitigung der Schwierigkeiten auf und zwar durch die Errichtung einer auf der Religion basierenden Regierung. Die Jugend sah in der Person Imam Chomeini sowohl einen religiösen als auch einen revolutionären Führer, der nicht zu Konzessionen bereit ist und der Lösungswege  für die Probleme  des Landes und die Menschheit im Rahmen der Religion vorlegen kann.  Imam Chomeinis Blick auf die Religion war allseitig und tief und er warnte vor einer unvollständigen Sichtweise auf den Islam und sah dahinter auch eine Verschwörung der Fremden stehen. Er empfahl den Religionsgelehrten, dass sie über den Nutzen der Gesetze des Islams für die Gesellschaft aufklären sollten und ihre Aktivitäten verbessern sollen, machte ihnen Mut und sagte:   „Stellt den Menschen den Islam richtig vor, damit die Jugend nicht denkt, dass die Geistlichen sich nicht für die Politik interessieren und die Religiosität von der Politik getrennt werden muss. Dass dies so sei und dass die Islamischen Gelehrten sich nicht in die Angelegenheiten der Gesellschaft und Politik einmischen sollen, haben die Imperialisten und diejenigen, die keine Religion haben, gesagt und verbreitet!“

Imam Chomeini hat also den politischen Islam, der nichts anderes ist als der wahre Islam selber, hervorgehoben und ihn als Gegenteil zu dem Islam nach amerikanischen Geschmack bezeichnet.  Ein Islam nach amerikanischen Geschmack verhält sich gegenüber Unrecht und Ungerechtigkeit und Imperialismus passiv. Die arroganten Mächten haben nichts gegen einen solchen passiven Islam einzuwenden, denn Anhänger eines solchen passiven Religion sind nicht motiviert und haben kein Ziel  vor Augen, so dass sie  keinen sonderlichen Einfluss auf die Ereignisse auf der Welt  und ihr eigenes Schicksal haben.

Aber Imam Chomeini hat in Anlehnung an die Vorgehensweise des Propheten hervorgehoben, dass eine islamischen Regierung  gegründet werden  und verhindert werden muss, dass die arroganten  Herrenmächte dem Wohl und Schicksal der Muslime schaden. Er sagte: 

Dass der Islam die Religion von Menschen ist, die sich für die Sache Gottes einsetzen und nach Recht und Gerechtigkeit streben. Er weiter: Der Islam ist die Religion derer, die Freiheit und Unabhängigkeit wollen.  Es ist die Schule der Kämpfer gegen den Imperialismus.  Aber sie (die Imperialisten) haben den Islam anders dargestellt … sie haben propagiert, dass er keine Religion für die Gesellschaft und für das Leben ist, kein Regelwerk und keine Gesetze für die Gesellschaft habe, nichts über die Regierung und die Regierungsgesetze gesagt hätte…

Mit dieser Propaganda  wollen sie dem Islam die revolutionäre und belebende Natur wegnehmen und verhindern, dass die Muslime sich anstrengen und Bewegungen bilden.“

 

Der Sieg der Islamischen Revolution unter Anführung von Imam Chomeini im Iran und die Gründung der Islamischen Republik aufgrund des Gedankengutes und der Werte des Islams und des Korans, war ein Wendepunkt in der Geschichte der Islamischen Welt.  Der Widerstand den der islamische Iran gegenüber alle Verschwörungen zeigte  und seine Erfolge in den Bereichen der Wissenschaft, Kultur und Politik, haben die Gläubigen und Unterdrückten auf der Welt mit Hoffnung erfüllt.  Nach dem Sieg wuchs die Erweckungswelle in den Islamischen Ländern und  wir waren in den letzten Jahren Zeuge davon, dass die anderen Muslime nicht mehr bereit sind die westabhängigen Regierungen zu dulden und eine Rückkehr zum wahren Islam und  zu ihrer wahren Identität wollen.  Auch wenn die arroganten Mächte wie die USA alle möglichen Heimtücken einsetzen, um diese islamische Erweckungsbewegung auf die falsche Bahn zu bringen oder zu zerschlagen, so lässt sie sich  – wie Ajatollah Khamenei, heutiges Oberhaupt der Islamischen Revolution Iran versichert, niemals vernichten.

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