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Donnerstag, 07 Januar 2016 09:55

2015 - Verschärfte Medienzensur

2015 - Verschärfte Medienzensur
  Das Jahr 2015 liegt mit seinen vielem Auf und Ab und Unbilden hinter uns. Wir haben auch in diesem Jahr trotz der Vielfalt und großen Zahl von Nachrichtenmedien und –Quellen erlebt,  dass die internationalen Medien einige wichtige Nachrichten, Ereignisse und Themen unter den Tisch fallen ließen oder zensierten.

 

Das Internetportal Global Research schrieb, dass einige Nachrichten verzögert publik gemacht oder einer Zensur unterzogen wurden.  Circa 90 Prozent der US-Nachrichtenmedien und der traditionellen Zeitschriften und Fernsehnetze, deren Berichterstatter rund um die Uhr arbeiten, werden von 6 Agenturen  beobachtet. Global Research  bringt eine Liste von 10 wichtigen Ereignissen und Zusammenhängen, die 2015 von den Medien außer Acht gelassen wurden und über die sie nicht berichtet haben,  zum Beispiel die Nachricht, dass ein Prozent der Weltbevölkerung über die Hälfte des internationalen Vermögens verfügt, oder  89 Prozent der Opfer von Drohnenangriffen auf Pakistan keine Paramilitärs waren.  Oder auch : Die weltweiten Folgen der Verbreitung von Methangas und der Erwärmung des Nordpols.  Aber auch Mitteilungen darüber, wer in welchem Ausmaße durch Polizisten getötet werden, wurden vernachlässigt  und man schenkte in den Medien auch nicht der Armut von Millionen von Menschen auf der Erde Beachtung.

                       Es wird behauptet, dass die westlichen Medien keine Zensur vornehmen und es wird Meinungsfreiheit von dem Mainstream - Medien  als oberste Priorität vorgetäuscht.  Scheinbar sind die Journalisten der großen Nachrichtensender immer darum bemüht, ihre Wahrheitstreue  zu beweisen und man könnte den Eindruck gewinnen, dass sie ihre Adressaten ständig realistisch  über die jüngsten Ereignisse informieren.

Der Leiter der Union für Zeitungsreporter  in Philadelphia  blickt auf eine 40-jährige Berufserfahrung als Journalist  zurück und sagt: „Die Zeitungen haben einen klaren Auftrag: über die Wirklichkeit berichten und sie verkünden. Aber schon seit längeren ist diese Mission wegen dem Druck der Interesseninhaber verblasst.“   Jonny Jackson vom der amerikanischen Pressevereinigung  FAIR – für faire und genaue Berichterstattung sagt, dass gemäß Umfragen dieses Instituts  mehr als 60 Prozent der US-Berichterstatter zugeben, dass politisch oder kulturell ausgeübter Druck die Freiheit der US-Medien beeinträchtigt.

Zum Beispiel standen die US-Reporter nach dem 11.September enorm unter Druck, damit sie keine Kritik an den USA üben bzw. damit sie Nachrichtenberichte verfälschen.

           

Eines der Ereignisse, welche 2015 unter eine scharfe Zensur der Medien fiel, war das Massaker, das an den Schiiten in Nigeria verübt wurde. 

Nigeria ist ein strategisch wichtiges Land in Westafrika  und die jüngsten Ereignisse in diesem Land scheinen Teil eines organisierten Planes zu sein.  Seit längerem behandeln die westlichen Medien die Aktivitäten von Scheich Zakzaky  wie eine Gefahr und behaupten die schiitische Bewegung in Nigeria würde vom  Iran organisiert.  Man sollte einmal die Berichte der westlichen Medien über das Drama in Nigeria, bei dem circa 1000 Menschen umgebracht wurden mit den Terroranschlägen in Paris, bei dem 129 Menschen starben vergleichen.  Bezüglich der Anschläge in Frankreich haben die westlichen Medien bis zu zwei Wochen lange berichtet und aus aller Welt kamen Reaktionen aus der Bevölkerung auf diese Terrorakte.

Aber in Nigeria waren Schiiten getötet worden und deren Denkweise passt nicht in das Schema der westlichen Leit- Weltanschauung  und außerdem ereignete sich dieses Massaker in einem afrikanischen Land, und deshalb haben sich die Medien nicht besonders damit beschäftigt.

Selbst die Staaten und die Menschenrechtsaktivisten in anderen Teilen der Welt haben kaum reagiert und weil sie unter dem Einfluss der Medienzensur stehen, dieses Ereignis nicht ernst genug genommen.

Masud Shajareh, der Leiter der Kommission für Islamische Menschenrechte in London  beklagt im Gespräch mit press tv die Reaktion der Medien auf dieses Massaker und sagt:  Sie reden nur von wenigen Personen, die bei einem Unglück bei Filmaufnahmen ums Leben kamen , während ihnen Bilder von dem Tod von tausenden von Menschen vorgelegt wurden und es Massengräber gibt.  Sie haben  keinen Wert auf dieses Thema und die Opfer gelegt, abgesehen davon, dass sie Muslime waren.  

Eine weitere  Nachricht, die unter der Medienzensur zu leiden hatte war die Nachricht über den Tod von Zivilisten in Amerika- Die lokalen Medienrecherchen zeigen, dass 2015 amerikanische Polizeibeamten fast 1000 Zivilisten in diesem Land getötet haben. Vor wenigen Tagen veröffentlichte die Washington Post einen Bericht darüber, dass 965 US-Bürger von den Polizeikräften dieses Landes getötet wurden.  Gemäß diesem Bericht trugen 100 dieser Opfer keinerlei Waffen bei sich.

Untersuchungen zeigen, dass einer der wichtigsten Motive für Polizeigewalt Rassismus ist. Etwa 40 Prozent der tödlich verlaufenden Unterbeschussnahme seitens der Polizei ereigneten sich auf unbewaffnete Afro-Amerikaner. 

Es gibt keine genauen Statistiken über die Todesopfer der Polizei in diesem Land und deshalb haben  Aktivisten begonnen, auf Internetseiten Informationen über die Opfer einzusammeln, die durch  Schüsse der Polizei getötet wurden.  In den Sozialnetzen in den USA ist wiederholt bekannt gegeben worden, dass die US-Bürger weniger von Terrorangriffen bedroht sind als von der Polizei ihres eigenen Landes. In diesen Netzen heißt es dass die Zahl der US-Zivilisten, die bei Terrorakten irgendwo auf der Welt ums Leben kamen,  16 Personen betragen. Dies zeigt, dass die US-Bürger mehr von der Gefahr der amerikanischen Polizeigewalt bedroht sind als von allen Terrorgruppen auf der Welt wie IS, Al Kaida und ähnliche.

Es ist interessant zu wissen, dass in den vergangenen zwei Jahren die USA Zeuge von mehreren Protestdemonstrationen gegen die Polizeigewalt in diesem Land gewesen ist, was jedoch von den Medien nicht ernsthaft beachtet wurde.

 

Übrigens waren einige arabische Regierungen auch im vergangenen christlichen Jahr nicht untätig und haben Unterdrückung und Zensur verschärft. Zum Beispiel hat der Rat für Wirtschaftsentwicklung Bahrains ein besonderes  Jahresbudget von 10 Millionen Dinaren  vorgesehen, damit das herrschende System gerechtfertigt wird und die gegen die Menschenrechte verstoßenden Maßnahmen in diesem Land verdeckt werden. Gemäß Bericht des Fernsehenders Al Alam hat dieser Rat, im Rahmen dieses Extrabudgets des Jahreshaushaltes 2015-2016, 3,6 Millionen Bahrainische Dinare -…mehr als 10 Millionen Euro für eine  sogenannte umfassende Medienstrategie bestimmt

Der Rat für Wirtschaftsentwicklung erklärte, die neue Medienstrategie in Bahrain  werde auf der Verbreitung von Wirtschaftsnachrichten der Presse und Interviews mit der Weltpresse und der regionalen Presse beruhen.  Aber laut dem Bericht der Al Alam wird diese Summe im Staatshaushalt zur Ablenkung der Weltöffentlichkeit abgezweigt. Das  Land leidet unter einem starken Finanzdefizit lautet und ist gezwungen einige Subventionen für Waren  zu erhöhen und  den Haushalt vieler seiner Ministerien zu kürzen.

Wir sehen in unserer Region,  dass Saudi Arabien und die meisten seiner Verbündeten im Kooperationsrat der Arabischen Anrainerstaaten des Persischen Golfes  und Mitglieder der  Allianz der Jemen-Offensive dieselben Staaten sind,  die zuvor die Ausstrahlung der Programme der Fernsehsender der jemenitischen Ansarollah-Bewegung und davor  der Sender von Libyen und Syrien eingestellt haben. Sie  fürchten sich nämlich vor den Ansichten anderer, so klein einige Medien auch sind, während sie selber über Medienimperien verfügen und Milliarden Dollar dafür ausgeben.

Zum Beispiel heißt es, dass  die saudischen Behörden die Ausstrahlung des Programms von Al Mayadeen stoppten, weil ein iranischer Gast dieses Senders Saudi Arabien im Zusammenhang mit den    tragische Ereignissen in Mina während der Hadsch-Zeit kritisierte.  Das Nachrichtenportal Raialyoum schrieb:  Für uns und die anderen ist es verboten, über diese Dingen gemäß den Tatsachen zu schreiben. Es ist verboten, dass wir die Äußerungen des UN-Generalsekretärs Ban Ki Moon über die Tötung von beinahe 10 Tausend Jemeniten  veröffentlichen. Es ist verboten über die Tragödie in Mina zu sprechen und die genauen Zahlen der Todesopfer zu fordern. 

Es ist verboten über die arabischen Sabotagen mit der Nato im Zusammenhang mit der Verwandlung Libyens  in ein gescheitertes Land zu sprechen und wenn wir etwas sagen,  heißt es wir seien verantwortungslos, nicht professionell, verhext und die Lakaien Irans!  Genauso wie sie vorher gesagt haben, wir seien die  Lakaien von Saddam Hussein.“

Der Autor von Raialyoum  schließt mit den Worten:  Ihr könnt uns zensieren  und uns aus den Arabern verstoßen und gegen uns sprechen, aber wir werden weiterschreiben. Wir werden auch die Wände  beschriften und die Unterdrückten unterstützen und nichts wird uns einschüchtern können.“

 

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