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Mittwoch, 23 Dezember 2015 17:28

"Terrorismus ist unser gemeinsames Problem" (Teil 1 – der große Irrtum bei der Terrorbekämpfung)

"Terrorismus ist unser gemeinsames Problem" (Teil 1 – der große Irrtum bei der Terrorbekämpfung)
   Während viele Medien die jüngsten Terroranschläge in Paris dazu nutzen, ihre Angstmache vor dem Islam zu intensivieren, hat die Verbreitung der zweiten Botschaft von Ajatollah Khamenei an die westliche Jugend erneut Raum für ein Umdenken geschaffen.

 

Das Revolutionsoberhaupt bezeichnet die Terroranschläge in Frankreich als Grund dafür, dass sich die  Islamische Welt und die westlichen Gesellschaft verständigen müssen, um eine Zukunft mit größerer Sicherheit  zu erreichen. Er sieht im Terrorismus ein gemeinsames Problem, wobei er jedoch  zwei wichtige Unterschiede zwischen den jüngsten Anschlägen in Paris und dem  Terror, dem die Bevölkerung in der Islamischen Welt ausgesetzt ist, hervorhebt. Die Islamische Welt ist nämlich schon viel länger und  massiver dem Terrorismus ausgesetzt. Dieser Terrorismus  hat viel mehr Opfer gefordert und Angst und Schrecken verbreitet - Außerdem sind diese Gewalttaten in der Islamischen Welt von  einigen mächtigen Staaten unterstützt worden, wie zum Beispiel durch Bewaffnung und Stärkung der Taliban und Al Kaida und ihrer Ableger wie die IS seitens der USA.

Zwar nicht alle aber viele ausländische Medien haben das Schreiben von Ajatollah Khamenei an die westliche Jugend übergangen oder lediglich Ausschnitte  einseitig analysiert.  In jeder Hinsicht betont sein Schreiben, dass man sich Gedanken machen müssen über Dinge, die Auswüchse der  westlichen Kultur sind.

Zu Beginn seines Briefes schreibt Ajatollah Khamenei, dass jedes menschliche Leid auf der Welt die Mitmenschen traurig stimmt, doch dass man aus allen Unbilden eine Lehre ziehen muss, um eine bessere Zukunft aufzubauen. Ajatollah Khamenei  hinterfragt die Ursachen des Radikalismus und seine Hinweise gehen das Schicksal aller Menschen etwas an. Aber die westlichen Medien zeigen kein sonderliches Interesse an der Aufdeckung mancher Wahrheiten in den  offenen Briefen des Revolutionsoberhauptes.  Sie lassen in der zweiten Botschaft die Stellen über die  doppelwertige Politik des Westens gegenüber  dem Terrorismus und Extremismus außer Acht oder gehen höchstens oberflächlich darauf ein.

Aber dennoch haben die Botschaften  des Revolutionsoberhauptes ihre Wirkung unter den jungen Menschen gehabt wie an den Kritiken an der westlichen Regierungspolitik  in den sozialen Netzwerken zu sehen ist.

                        

Im Westen ist es für einige zur Gewohnheit geworden, nach Terroranschlägen nicht nach den eigenen Fehlern zu forschen, sondern eilig den Islam und die Muslime für die Verbreitung von Gewalt verantwortlich zu machen und überstürzt zu reagieren.  Damit aber gehen sie der Realität aus dem Weg  und entfernen sich immer mehr von der Aufdeckung der wahren Ursprünge für Gewalt und Terrorismus.

Dies ist der große Irrtum, den der Westen bei der Bekämpfung des Terrorismus begeht.

 

 

Ajatollah Khamenei hat in seinem Schreiben hervorgehoben, dass jegliche übereilten emotional aufgeladenen Maßnahmen gegen die in Europa und Nordamerika ansässigen Millionen von Muslimen, durch die diese isoliert oder geängstigt und noch mehr eingeschränkt werden, keine Lösung darstellen. Er  mahnt, dass dadurch die Klüfte nur noch weiter vergrößert werden.

Das Revolutionsoberhaupt weist darauf hin, dass die westlichen Mitglieder von Terrorgruppen wie die IS unter dem Einfluss der westlichen Kultur  zu gewaltsamen Menschen geworden sind.

Er sagt, dass durch ungesunde Beziehungen  zwischen der westlichen Kultur und der Kultur anderer Völker darunter in der Islamischen Welt  inhomogene Vermischungen entstanden sind und einige radikale Momente in der westlichen Kultur  den anderen Völkern aufgezwungen wurden.  Die Feststellung, dass kriminelle Gruppen wie die IS aus der westlichen Kultur hervorgegangen sein sollen, obwohl sie doch in den islamischen Gebieten unter dem Namen Islam ihre Verbrechen begehen, mutet  auf den ersten Blick eigenartig an.  Sie lässt sich  jedoch mit der  Denkweise und dem Umgang des Westens mit dem  Terrorismus begründen. Die jungen Menschen im Westen sollten nach Meinung von Ajatollah Khamenei  in dieser Beziehung recherchieren.

Zuerst sollte man sich klarmachen, dass der Westen beim  Terrorismus verschiedene Maßstäbe anlegt.   Solange nämlich die Doppelmoral über die westliche Politik herrscht und Terrorgruppen nach gemäßigt und nach extremistisch unterschieden und vom Westen unterstützt werden, kann keine gemeinsame Auffassung vom Terrorismus, diesem  Übel, von dem alle betroffen sind, erzielt werden.  Es fragt sich auch, warum die westlichen Theoretiker die Ursprünge der Gewalt immer woanders suchen , während der Westen aufgrund seiner selektiven einseitigen Deutung des Terrorismus immer die Verbrechen der Zionisten an dem unterdrückten palästinensischen Volk unterstützt hat?

Für den Westen sind die Verbrechen des israelischen Besatzerregimes kein Terrorismus und kein Beispiel für Gewaltverherrlichung und Extremismus, aber wenn die palästinensische Bevölkerung sich gegenüber den Besatzern verteidigt, dann handelt es sich für  die westlichen Politiker und Theoretiker um Beispiele für Terrorakte.

Diese Denkweise und dieses Verhalten ist seit Jahren Teil der politischen Kultur in den westlichen Gesellschaften geworden und hat immer mehr die Tendenz zu gewaltsamen Verhaltensweise  gestärkt. Die westlichen Gewaltimpulse  wenden sich heute gegen die anderen Kulturen, insbesondere gegen die Islamische Welt. Hier liegt gerade der Ausgangspunkt in der westlichen Politik für den Terrorismus. Jedoch stellt sich der Westen als Anführer des Kampfes gegen Terrorismus vor. Diese Doppelwertigkeit in der westlichen Politik vermischt sich mit Heimtücke und lässt Elemente in die westliche Kultur einsickern, welche die Basis für Verbreitung von Gewalt liefern.  Dadurch ist eine Umgebung heraufbeschwört worden, in der die Herstellung von  Sicherheit und Friede nicht mehr möglich sein wird. Deshalb sagt Ajatollah Khamenei zu den jungen Menschen im Westen, dass die Gewalt erzeugende Denkart im Westen korrigiert werden muss, wenn man den Extremismus an den Wurzeln bekämpfen will und deshalb spornt er sie an, sich richtig zu informieren und nach den bitteren Terrorereignissen  die Grundlage für einen korrekten Austausch mit der Islamischen Welt zu schaffen.

                              

Dem ersten und zweiten offenen Brief des Revolutionsoberhauptes sind Terrorereignisse in Frankreich vorausgegangen. Die Extremisten die in Paris ihre Anschläge begingen und sich als Muslime ausgaben, gehören zu Extremistengruppen, welche die westlichen Mächte, insbesondere die USA hervorgerufen und gestärkt haben.  

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Das Oberhaupt der Islamischen Revolution hat darauf hingedeutet, dass die moralischen und geistigen Grundlagen der westlichen Ordnung im Begriff sind zu zerbröckeln und es gibt konkrete Beispiele dafür in  Europa und den USA.  Die westliche Denkordnung erhebt den Anspruch auf  Freiheit, Demokratie, und die Verteidigung der Menschenrechte, setzt diese Werte jedoch in der Praxis nicht um, sondern instrumentalisiert sie in der Politik und Propaganda. Den anderen Ländern auf der Welt soll vorgetäuscht werden, die  westliche Werteordnung sei  die beste. 

Zu den Faktoren, welche die angebliche Werteordnung des Westens in Schwanken gebracht hat, gehören die zunehmenden moralischen und spirituellen Krisen. Diese Krisen machen sich zum Beispiel dadurch bemerkbar, dass viele Menschen das Leben als sinnlos empfinden.  Die Familie ist im Westen in Gefahr geraten und der Feminismus, der seit vielen Jahren die Rolle der Frau in der westlichen Gesellschaft und in der Familie verändern wollte, wird heute von einigen Denkern wieder in Frage gestellt.  Die Homosexualität wurde im Westen zu einem Wert erhoben und hat zusammen mit anderen unmoralischen Erscheinungen die ethischen Grundwerte zerstört und deshalb droht der westlichen Werteordnung der Untergang.

Die westlichen Mächte geben Parolen von der Demokratie und den Menschenrechten heraus.  Ajatollah Khamenei erinnert die junge Generation im Westen jedoch daran, dass die rückständigsten politischen Regimes in unserer Region  zu den nahen Verbündeten der westlichen Regierungen gehören, während  die regionalen Demokratien brutal  niedergedrückt werden. Er bezeichnet dies als offenen Widerspruch in der westlichen Politik.

Wie kann der Westen zu diesem widersprüchlichen und doppelwertigen Verhalten  Stellung nehmen?  Was hat er bei der Krise in Westasien in Palästina und Syrien gegenüber den Gewalttätigkeiten anderes getan, als den Extremismus zu unterstützen?  Nach dem 11. September haben der Westen und die Nato intensiv militärische Gewalt  eingesetzt. Sie haben  noch mehr Terrorismus, Krieg und Extremismus heraufbeschworen anstatt den Terrorismus zu bekämpfen und das zeugt alleine schon für ihre Niederlage bei der Herstellung von Sicherheit, im Gegensatz zu ihrer Behauptung Sicherheit auf der Welt herzustellen.  Das Schreiben des Revolutionsoberhauptes an die jungen Menschen im Westen macht auf Dinge wie diese, über die tief nachgedacht werden sollte, aufmerksam. 

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