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Montag, 26 Mai 2014 17:05

IPPNW: Friedens- und Versöhnungsprojekt in der Westbank durch israelische Bulldozer teilweise verwüstet

IPPNW: Friedens- und Versöhnungsprojekt in der Westbank durch israelische Bulldozer teilweise verwüstet
26.05.2014 - Die deutsche Sektion der ärztlichen Friedensorganisation IPPNW ist zutiefst bestürzt über die Zerstörung von über 1.500 Apfel - und Aprikosenbäumen und Weinstöcken durch israelische Bulldozer auf dem Grundstück des "Tent of Nations" südlich von Bethlehem.
Im Rahmen des IPPNW-Studierenden-Austausch-Programms  "famulieren & engagieren" schickt die IPPNW seit Jahren Medizinstudierende zur Sozialfamulatur auf den Weinberg von Daoud Nassar. In einem Brief an den israelischen Botschafter in Berlin Yakov Hadas bittet die IPPNW um eine Aufklärung des Vorfalls vom 19. Mai 2014. Das Friedenszentrum "Tent of Nations" ist ein Ort der Versöhnung, der allen Nationen und Religionen zu Verfügung steht unter dem Motto "Wir weigern uns, Feinde zu sein". Die Familie kämpft seit 1991 einen juristischen Kampf, um ihr Land zu schützen, das in der unter israelischer Zivil- und Sicherheitsverwaltung stehenden C-Zone liegt. Daoud Nassar besitzt eine Besitzurkunde für sein Land, das der Großvater 1916 noch unter dem Sultan im Osmanischen Reich erworben hat. Dem historischen Stempel auf dem Dokument folgten im Laufe der Zeit britische, jordanische und sogar israelische Beglaubigungen. Doch mit Hilfe von Bürokratie, Paragrafen und Verfahren soll die Familie zur Aufgabe des Grundstücks gezwungen werden. Der Ort auf einem schönen Hügel ist ein begehrter Platz für weitere Siedlungen, wie sie ihn schon rundum umgeben. Trotz angebotener Ausreisevisa und hoher Kaufangebote denkt die Familie Nassar nicht daran aufzugeben. Nur durch internationale Hilfe konnten die Verfahrenskosten von 100.000 Euro gedeckt werden. Kürzlich hatten die israelischen Militärbehörden auf einem Stück des Landes der Familie Nassar eine Warnung hinterlassen mit dem Hinweis, dass die dort befindlichen Bäume auf "Staatsland" gepflanzt seien und daher eine Besitzstörung seien und "entfernt" werden sollten. Am 12. Mai 2014 legte die Familie Nassar vor dem Militärgericht Einspruch gegen diese Verfügung ein und stellte fest, dass das betreffende Land nicht Staatsland sei und dass die Bäume auf dem Land der Familie gepflanzt seien. Weiterhin stellten sie klar, dass der Oberste Gerichtshof des Staates Israel verfügt habe, dass die Familie Nassar mit dem Prozess zur erneuten Eintragung ihres Landes in die Grundbücher fortfahren solle. Die Familie Nassar bemüht sich seit Jahren, dieses Verfahren abzuschließen - das israelische Militär-Grundbuchamt hat jedoch diesen Prozess ohne jegliche Angabe von Gründen verzögert. Zwei Wochen vor dem Akt der Zerstörung besuchte eine Delegation der deutschen IPPNW Daoud Nassar auf seinem Grundstück. Hier versicherte uns Nassar noch: „Die internationale Aufmerksamkeit schützt uns vor den Übergriffen der Siedler und der Armee.“ Gerne stehen wir für Interviewanfragen zur Verfügung. Bei Interesse können wir Ihnen auch Fotos von der Reise und unserem Besuch im "Tent of Nations" zur Verfügung stellen. Kontakt: Angelika Wilmen (Pressesprecherin), Tel. 030-69 80 74-15, Deutsche Sektion der Internationalen Ärzte für die Verhütung des Atomkrieges, Ärzte in sozialer Verantwortung (IPPNW) , Körtestr. 10, 10967 Berlin, www.ippnw.de, Email: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

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