Diese Webseite wurde abgebrochen. Wir wechseln auf Pars Today German.
Dienstag, 21 Mai 2013 03:52

Syrien: Armee rückt vor

Zerstörtes Qusair. Am Sonntag sind syrische Truppen in den Ort vorgerückt Zerstörtes Qusair. Am Sonntag sind syrische Truppen in den Ort vorgerückt
Streitkräfte erhöhen den Druck auf bewaffnete Oppositionelle.
Assad: Wer Präsident ist, wird bei Wahlen entschieden und nicht von fremden Mächten Von Karin Leukefeld m Kampf um die strategisch wichtige Stadt Qusair im syrisch-libanesischen Grenzgebiet haben die regulären syrischen Streitkräfte Berichten zufolge am Wochenende den Druck auf die bewaffneten Gruppen massiv erhöht. Unterstützt von Luftangriffen und Artillerieeinsätzen, sind die Truppen nach eigenen Angaben am Sonntag in den Ort vorgerückt. Staatliche Medien zitierten anonyme Militärsprecher wonach der östliche Teil von Qusair vollständig sowie das Bürgermeisteramt, das Kulturzentrum, eine Kirche und umliegende Gebäude im Zentrum des Ortes eingenommen worden seien. Die Truppen hätten Sprengfallen entschärft, Stützpunkte und Tunnelanlagen zerstört und ein israelisches Fahrzeug der Aufständischen sichergestellt. Unbestätigten Quellen der bewaffneten Gruppen zufolge sollen Kämpfer der Hisbollah auf seiten der syrischen Streitkräfte an den Kämpfen beteiligt gewesen sein. Angeblich hätten die Aufständischen bis zu 30 Hisbollah-Angehörige getötet. Aus den eigenen Reihen seien mindestens 50 Personen getötet worden, so die anonymen »Aktivisten« weiter. Auf Antrag der oppositionellen Syrischen Nationalen Koalition wird sich die Arabische Liga am Donnerstag mit der Lage in Qusair befassen. Hisbollah-Führer Hassan Nasrallah hat sich bereits mehrfach zum Engagement der Hisbollah in Qusair und Umgebung geäußert. Die französische Mandatsmacht hatte in den 1930er Jahren die Grenze zwischen Libanon und Syrien gezogen und die Dörfer um Qusair, in denen libanesische Schiiten und Christen leben, auf syrisches Staatsgebiet verbannt. Die Dörfer gehören verwaltungstechnisch zur libanesischen nördlichen Bekaa-Ebene, die von der Hisbollah regiert wird. Viele Bewohner der Qusair-Dörfer sind Anhänger oder Mitglieder der Hisbollah, was deren militärisches Engagement in Qusair erklärt. Durch den Ort verläuft eine wichtige Nachschublinie für Waffen und Kämpfer in die Provinz Homs. Sie kreuzt die Autobahn, die Damaskus mit der Küstenregion verbindet. In einem Interview mit der argentinischen Tageszeitung Clarin und der Nachrichtenagentur Teleam äußerte sich Präsident Baschar Al-Assad am Wochenende zur Lage in Syrien, zu den Chancen einer Syrien-Konferenz und der westlichen Politik gegenüber seinem Land. Syrien sei ein unabhängiger Staat, und die Syrer bestünden auf ihrem Recht auf Selbstbestimmung, sagte er. Die Frage, wer Präsident Syriens sei, werde bei den Wahlen 2014 entschieden, nicht von den USA oder irgendeinem anderen Staat. Syrien befinde sich in einer Krise, und »wenn ein Schiff im Sturm ist, macht der Kapitän sich nicht davon«, sagte Assad. Es sei seine Pflicht, »das Schiff in sicheres Fahrwasser zu lenken«. Er begrüßte die russisch-US-amerikanische Initiative für eine Syrien-Konferenz, zeigte sich aber skeptisch, »ob einige westliche Regierungen es wirklich ernst meinen mit einer realistischen politischen Lösung.« Einige Staaten würden die Aufständischen weiter unterstützen und eine friedliche Lösung in Syrien verhindern, so Assad. Namentlich nannte er die Türkei, Katar und Israel. Auf Einladung des spanischen Außenministeriums trifft sich die oppositionelle Syrische Nationale Koalition am heutigen Dienstag in Madrid. Das Gremium ist tief zerstritten. Während ein Teil mehr Waffen und den Sturz der syrischen Führung anstrebt, will der andere Teil sich auf Verhandlungen und eine politische Lösung einlassen. (Quelle: jW)

Kommentar schreiben


Sicherheitscode
Aktualisieren