Freitag, 21 September 2012 05:53

Widerstand gegenüber Hegemonie

 Widerstand gegenüber Hegemonie
  Taha Yasin Ramadan: In diesem Krieg geht es nicht um den Vertrag von 1975 und... 21. September jährt sich wieder der Tag, an dem das Saddam-Regime seine Großoffensive auf den Iran begann. Das war 1980. Jedes Jahr

werden in der Woche der Heiligen Verteidigung alle gewürdigt, die 8 Jahre lang mit Hab und Gut, Leib und Seele ihr Land vor dem Feind geschützt haben, wie die Märtyrer und Kampfversehrten, die Hinterbliebenen und die Kriegsgefangenen.                

Nur anderthalb Jahre nach dem Sieg der Islamischen Revolution im Februar 1979 wurde der Iran angegriffen. Der Sieg dieser Revolution war eine große Niederlage für die Nahostpolitik der USA, denn die Monarchie Mohammad Resa Pahlavis war der lange Arm der USA am Persischen Golf gewesen, zusammen mit Saudi Arabien spielten der Iran eine zentrale Rolle für Washington in der Region. Beide Länder besitzen nicht nur eine günstige geografische Lage und strategische Position sondern auch die größten Erdölressourcen international.

Wegen dieser strategischen Lage konnten die USA den gesamten Nahen Osten beherrschen  und hatten eine der wichtigsten Energieadern unter Kontrolle.

Der Sieg der Islamischen Revolution war daher einer großer Schlag für die US-Interessen in der Region.

                              

 

 Schon 1953 hatten die USA durch einen Militärschlag gegen  Dr. Mosadeq eine Volksregierung im Iran verhindert und brachten den Schah an die Macht zurück.

Aber 1979 verhielt es sich anders: Imam Chomeini (r.h.), eine Nachahmungsinstanz in religiösen Fragen und ein kluger Politiker wurde der populäre Anführer der Revolution und vereitelte die Versuche der USA, den Revolutionssieg zu verhindern.

 

Dieses Land  versuchte, die Volksrevolution im Iran gegen die Diktatur des Schahs  zu verhindern, während zugleich sein Präsident Jimmy Carter sich als Herold der Verteidigung der Demokratie und der Menschenrechte auf der Welt ausgab.

Die Anfeindungen der iranischen Nation und von ihr gewählten Regierung  durch die USA begann mit dem ersten Tag.

Sie versuchten die Situation in den Grenzprovinzen zu verunsichern und stellten an separatistische Gruppen alle nötigen Hilfen zur Verfügung, sorgten für Terroranschläge auf wichtige Persönlichkeiten der Islamischen Revolution, unterstützten verbliebene Anhänger des Schahregimes hinsichtlich eines Militäranschlages und verhängten Sanktionen.

 

Sie spornten schließlich, als diese Maßnahmen die Islamische Republik Iran nicht behindern konnten,  Saddam, den irakischen Diktator  zu einer Großoffensive auf die Islamische Republik an.

Unterdessen steckten  die bewaffneten Kräfte der Islamischen Republik Iran noch im  Wiederaufbauprozess nach dem Sturz des Schahs.

                      

In den ersten Monaten nach dem Angriff des Saddam-Regimes auf iranischen Boden wurden Teile von fünf Provinzen Irans von der Saddam-Armee besetzt.

Ajatollah Khamenei, heutiges Revolutionsoberhaupt, sagte als  damaliges Mitglied im Hohen Revolutionsrat, dass dieser Krieg organisiert wurde, um die revolutionäre Staatsordnung im Iran zu stürzen.

Er teilte seine Meinung mit vielen anderen Verantwortungsträgern der Islamischen Republik. Sie sagten die Saddamoffensive sollte anderen Völkern Angst davor machen, eine unabhängige islamische Revolution zu beginnen. Die damals noch existierende Sowjetunion und die USA waren trotz aller anderen Uneinigkeit in diesem Punkt einer Meinung.

 James Bill, Experte für Fragen der Region des Persischen Golfes und des Nahen Osten schrieb über den Kriegsbeginn, dass der wahre Grund dafür die Erreichung der Hegemonie am Persischen Golf gewesen ist.  

Saddam hoffte die Revolution im Iran im Keim ersticken zu können und einige Nachbarländer wie Saudi Arabien und die Scheichtümer am Persischen Golf waren nicht unbedingt dagegen. Tareq Aziz, damaliger Vizepremierminister gab bekannt:  „5 kleine Irans sind besser  als ein einheitliches Iran.“

Wir werden die Aufstände der iranischen Völker unterstützen und unsere Bestrebungen auf die Teilung Irans konzentrieren.

Auch hat Positionsträger Taha Yasin Ramadan zu der Zeitung Al Thaurah, dem Organ der im Irak herrschenden Baath-Partei gesagt: In diesem Krieg geht es nicht um den Vertrag von 1975 und einige hundert Kilometer Boden oder die Hälfte des Schat-al Arab (Arwandrud). Bei diesem Krieg geht es um den Sturz des islamisch-republikanischen Regimes."

 

       

Auch wenn Saddam behauptete, der Grund für seinen Angriff auf Iran sei die Ablehnung des Algerienvertrages von 1978 und seine Forderung nach dessen Annullierung, so war sein eigentliches Ziel bei  dieser Offensive die Spaltung und der Sturz der jungen islamischen-republikanischen Ordnung im Iran. 

Doch im Gegensatz zu den Plänen und Vorstellungen Saddams und seiner Unterstützer in Ost und West wurde der auferlegte Krieg Anlass für den nationalen Zusammenhalt der verschiedenen iranischen Bevölkerungsgruppen.  Nach einem  Jahr waren die bewaffneten Kräfte im Iran wieder aufgebaut und außerdem kamen viele junge Kämpfer als Freiwillige an die Front und traten gegen die Armee Saddams an, die mit Waffen aus Ost und West ausgerüstet waren.

                    

Die nächtlichen Überraschungsoperationen der  iranischen Kämpfer änderten die Situation zugunsten Irans und nun war es das Saddam-Regime im Irak, welches Gefahr lief zu stürzen.

Die Unterstützer Saddams in Ost und West stellten ihm die modernsten Waffen und Satteliteninformationen über die Stellungen der Iraner zur Verfügung, während Iran schweren Wirtschafts- und Rüstungssanktionen ausgesetzt war. Sogar die Lieferung von Stacheldraht an Iran wurde boykottiert.

 

Trotz aller Hilfen konnte das irakische Baath-Regime aber keinen Widerstand gegenüber den kühnen Angriffen der Iraner leisten. Die USA, Sowjetunion und ihre Verbündeten begannen, die Islamische Republik unter Druck zu setzen, damit sie sich einen Frieden aufzwingen lässt.

 

Die bewaffneten Kräfte der USA im Persischen Golf schalteten sich direkt in den Krieg gegen Iran ein und griffen die Öltanker und Ölverladerampen Irans an.

Um Iran zu der Annahme des angeblich gerechten Frieden zu zwingen, schossen die Amerikaner sogar eine iranische Passagiermaschine über dem Persischen Golf ab. 

 Der damalige US-Präsident Ronald Reagan zeichnete den Kapitän des Kriegsschiffes, der den Befehl zum Abschuss gegeben hatte, mit einer Medaille aus.

                          

Nach 8 Jahren endete der Krieg, ohne dass Iran eine Handbreit von seinem Boden verlor oder die Feinde den Sturz der Islamischen Republik erreicht hätten.  

 

Nach dem Krieg setzten die USA ihre Anfeindungen Irans durch Sanktionen und politischen Druck fort, um die Erfolge der Islamischen Republik  zu verhindern.

Iran aber hatte die Sanktionen während des Krieges und das Selbstvertrauen der jungen Generation genutzt, um für die wirtschaftliche Weiterentwicklung zu sorgen. Heute ist das Bruttonationalprodukt Irans um ein Mehrfaches größer als im letzten Jahr des Krieges. Iran konnte sogar sich in einigen wirtschaftlichen, wissenschaftlichen und technologischen Bereichen sogar zu den wenigen Ländern reihen, die auf diesem Gebiet international am weitesten sind.

Die Islamische Republik gehört zu den wenigen Staaten, die über die Technik zur Urananreicherung für friedfertige Verwendung der Atomenergie verfügt. 

Sie hat in der Raumfahrt ebenso Erfolge erzielt wie in der Nano-Wissenschaft und der Herstellung von besonderen Medikamenten und kann sich darin mit wenigen Staaten messen.

Alle Errungenschaften erfolgten trotz der Sanktionen.

Der Iran ist inzwischen zu einem Vorbild für freiheitsliebende Völker geworden. 

Sie hat bewiesen, dass man dem Druck der Hegemonieordnung gegenüber standhalten und große Schritte für das wissenschaftliche und wirtschaftliche Wachstum machen kann.

                             

Die Hegemonieordnung begegnet mit der Zeit immer mehr Hindernissen bei der Umsetzung ihrer Politik der Vorherrschaft.

Die Völker sind erwacht und das Zeitalter der Bevormundung und Diktatur ist zu Ende.

Der einzige Weg, den hegemonistischen Feind zurückzudrängen, besteht darin ihm gegenüber Widerstand zu leisten und dies hat die Islamische Republik 33 Jahre lang den anderen Völkern bewiesen. Andere Völker haben daraus gelernt, wie die glänzenden Resultate dieser Lehre in Palästina und Libanon  gegenüber dem zionistischen Regime zeigen.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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