Mittwoch, 25 Januar 2012 08:32

Rolle Katars bei jüngsten Entwicklungen in Arabischer Welt

Katar ist in den letzten Monaten bestrebt eine Schlüsselrolle bei den Entwicklungen im Nahen Osten zu übernehmen. Eine solche Rolle hat es schon seit zwei Jahrzehnten geplant. Aber die raschen Entwicklungen im vergangenen Jahr und die islamischen Protesterhebungen gegen die gewaltsamen regionalen Systeme haben den Regenten von Katar veranlasst, eine allseitige Rolle bei den Entwicklungen im Nahen Osten und Nordafrika für sich zu bestimmen.
Katar versucht einerseits in seiner Medienpropaganda sich als Unterstützer der öffentlichen Meinung in der Region und gegen die diktatorischen Systeme auszugeben.

 

Andererseits nähert es sich auch anderen Seiten , die zum Teil Gegenpole miteinander bilden. Die Rolle Katars gegenüber den Entwicklungen in Ägypten, Libyen, Jemen, Bahrain und Syrien ist daher von Fall zu Fall verschieden.

 

Der Emir von Katar formuliert die Nationalen Interessen ungeachtet der Religion oder der Interessen der muslimischen Länder und im Mittelpunkt seiner Politik steht die Erzielung materieller Vorteile und der Zufriedenheit der westlichen Mächte.

Dieser Staat betrachtet es nicht für notwendig, seine Außenpolitik in einem muslimischen- und menschlichen Rahmen voranzutreiben, um dadurch eine Stärkung der zionistischen Front und eine Schwächung der Islamischen Welt vorzubeugen.

Katar ist das erste Land am Persischen Golf welches in den 90iger Jahren dem zionistischen Besatzerregime erlaubte, ein Handelsbüro in Duha zu eröffnen. Das nächste Land, welches eine solche Genehmigung erteilte war Tunesien.

 

Wenn nicht die Angst vor der öffentlichen Meinung in der Islamischen Welt und vor einem Ansehensverlust in der Region wäre, hätte der Emir von Katar direkte diplomatische Beziehungen mit dem zionistischen Regime aufgenommen.

 

Daher sehen wir das Katar besondere Rollen bei den Entwicklungen der letzten 12 Jahre im Nahosten übernimmt.

 

Ein Teil dieser Diplomatie von Katar hat mit den geografischen Bedingungen dieses kleinen Landes am Persischen Golf zu tun und ein anderer Teil geht darauf zurück, dass es mit Saudi Arabien benachbart ist und die USA und einige europäischen Länder politischen und militärischen Einfluss auf dieses Land ausüben.

Katar hatte keine große Bevölkerung, dafür aber große Erdöl- und Gasvorräte. Daher besitzt es eines der größten Pro-Kopf-Einkommen auf der Welt.

 

Gestützt auf die Einkommen des Landes ist der Emir dieses Landes bester Waffenkunde für die USA, England und Frankreich geworden. Der große US-Marinestützpunkt des Persischen Golfes liegt in diesem Land.

Der Emir von Katar hat außerdem das Al Jazeera-Fernsehnetz gegründet und mit Hilfe von diesem versucht seine Rolle bei den regionalen Entwicklungen hervorzuheben.

 

Die Leiter von Al Jazeera behaupten, die Realitäten in der Islamischen Welt wiederzugeben und über die Strategien der Hegemonialstaaten, des zionistischen Regimes und seiner westlichen Unterstützer aufzuklären, aber in der Praxis stehen sie der Politik der Katar-Regierung zu Diensten und sie üben keinerlei Kritik an der anti-demokratischen Staatsordnung in diesem Land.

Das Fernsehnetz Al Jazeera handelt völlig selektiv bei seiner Berichterstattung über die Islamische Welt.

Hierzu kann die Protestbewegung der Bürger von Bahrain gegen das Ale Khalifa zurzeit ein anschauliches Beispiel liefern.

Al Jazeera berichtet nur selten über diese Proteste und die Massaker, die das Ale Khalifa-Regime verübt. Das liegt daran, dass die Mehrheit der Bahrainischen Bevölkerung schiitisch ist und das Ale Khalifa-Regime in diesem Land von den USA, den Scheichtümern am Persischen Golf insbesondere Saudi Arabien und Katar unterstützt wird.

Während der Emir von Katar sich gleichgültig gegenüber dem Aufbegehren der Bahrainischen Bürger gegen eine Diktatur bleibt, ist er in Libyen als Unterstützer der Revolutionäre aufgetreten.

 

Die Politik der westlichen Regierungen in Libyen bestand in der Unterstützung der Revolutionäre um auf diese Weise ihren Einfluss in diesem Land zu bewahren und über die libyschen Ölressourcen zu bestimmen und Katar steht hinter dieser Politik. Es war für den Nato-Angriff auf Libyen und eines der wenigen Länder die zusammen mit den Vereinigten Emiraten und Jordanien seine Bomber für Angriffe auf Libyen entsandt hat.

 

Katar hat in Jemen versucht, den Vermittler zwischen den revolutionären Gruppen und dem Regime von Saleh zu spielen. Der Emir von Katar wollte dass Saleh zurücktritt, aber die Macht in den Händen der Anhänger der Diktatur in Jemen bleibt.

Was aber in diesen Tagen die Öffentlichkeit auf die Diplomatie von Katar aufmerksam gemacht hat, sind die Aktivitäten dieses Landes gegen den syrischen Staatspräsidenten Baschar Assad und die Unterstützung für seine Gegner.

 

In dieser Beziehung verhält sich Katar ganz im Sinne der Politik der westlichen Regierungen. Katar ist für die USA der lange Arm bei der finanziellen Unterstützung der Gegner von Baschar und ihrer direkten militärischen Ausrüstung.

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Der Emir von Katar hat sogar in einem Fernsehgespräch mit der BBC vorgeschlagen, dass die arabischen Staaten Infanteriekräfte in den Krieg mit Syrien schicken.

Unterdessen sind die Entwicklungen in Syrien grundverschieden von denen in anderen arabischen Ländern der Region. Das soll nicht heißen, dass die syrische Regierung keine Fehler begeht. Aber Baschar Asad hat bei seinen jüngsten Stellungnahmen gezeigt, dass er eine hohe Bereitschaft zu Reformen mit sich bringt.

 

Die jüngsten Umfragen in Syrien, welche von anerkannten ausländischen Institutionen vorgenommen wurden, zeigen, dass über die Hälfte der syrischen Bevölkerung in die Reformen, welche Baschar Assad versprochen hat vertrauen und die Regierung unterstützen.

 

 

Die USA und ihre Verbündeten in der Region wie Katar und Türkei versuchen die Islamischen Revolutionen im Nahen Osten zu nutzen, um die Regierung von Baschar Assad in Syrien, welche an der Vorderen Front zum zionistischen Regime steht, zu stürzen.

Der Emir Katar führt diese Politik für die USA durch

 

Die Kameras des Fernsehnetzes Al Jazeera zeigen die Demonstrationen in Ägypten, Libyen und Syrien und fordern die Notwendigkeit freier Parlamentswahlen in diesen Ländern, aber keiner fragt danach was mit dem Parlament von Katar ist! Seit 1972 hat Katar nur eine vorläufige Verfassung aufgrund derer der Emir von Katar weitgehende Befugnisse hatte und Regierungsbefehle herausgibt.

Scheich Hamad Bin Chalifa Al-Thani, der jetzige Emir von Katar hat 1995 bei einem unblutigen Militärputsch mit dem Einverständnis der USA seinen Vater von der Macht verdrängt. In Katar herrscht eine Monarchie und das jetzige Parlament hat nur eine beratende Funktion.

Zwei Drittel dieses Parlamentes, das insgesamt aus 45 Personen besteht, wird vom Volk gewählt und ein Drittel der Parlamentsmitglieder wählt der Emir.

Nach Beginn der arabischen Revolutionen wurden der Bevölkerung für 2013 Wahlen und die Einführung einer Bedingten Monarchie versprochen. Das hätte eigentlich schon 2008 geschehen sollen.

 

Mit seiner Bevölkerung von eine Millionen und 700 Tausend Menschen ist Katar nicht groß genug um eine Machtposition in der Region zu übernehmen. Aber dieses kleine Land mit seinem großen Reichtum führt für die westlichen Regierungen eine Rolle aus. Wenn Duha zu einem der diplomatischen Zentren im Nahen Osten und zum Mittelpunkt der Lösung von Streitigkeiten geworden ist, so mit Hilfe der Dollars für den Gas- und Ölexport.

Katar ist Gastgeber eines der wichtigsten US-Militärstützpunkte im nahen Osten und ein großer Kunde für die amerikanische, französische und englische Waffenindustrie. So kann es keine unabhängige Rolle am strategisch wichtigen Persischen Golf spielen.

 

 

 

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