70 Jahre lang hat die kommunistische, anti-religiöse Sowjetunion nicht erreichen können, dass diese Muslime von ihrer Religion ablässt. Aber nach dem Zerfall der Sowjetunion wurde die religionsfeindliche Politik aus der Zeit des Kommunismus von den Herrschern in diesem Land weiter betrieben, weil nämlich die Muslime in diesem Land nach den islamischen Regeln leben möchten. Die Entwicklungen in der Republik Aserbaidschan nach der Unabhängigkeit führten dazu, dass ehemalige Kommunisten mit einem neuen Anstrich erneut über politische und wirtschaftliche Macht verfügten.
Die Anhänger des Islams haben bei den Wahlen in diesem Land vorerst keine Aussicht, an politische Macht zu gelangen. Die laizistischen Regenten der Republik Aserbaidschan sind sich daher ihrer Machtposition sicher und haben die Islambekämpfung zu einem Schwerpunkt in ihrer Kultur- und Gesellschaftspolitik gemacht. Das Verbot des Hidschabs und des täglichen Gebets in den staatlichen Ämtern, die Zerstörung von Moscheen und die Bekämpfung von religiösen Wahrzeichen werden wie unter den Kommunisten weiter verfolgt. Aber während damals die Kommunisten die Moscheen in Bibliotheken und Lagerräume umwandelten, werden nun in der unabhängig gewordenen Republik Aserbaidschan, vom Staat sogar Moscheen zerstört… Erst die Hasrate-Mohammad-Moschee im Bakuer Yasamal, dann eine weitere Moschee in einem anderen Stadtbezirk und dann kam die Hasrate Fatemeh Zahra-Moschee in einem dritten Bezirk der Hauptstadt der ehemaligen Sowjetrepublik an die Reihe. Doch die Regierung sah von der Zerstörung der dritten Moschee ab, nachdem die Bevölkerung heftig reagierte und die Vorbilder der Nachahmung unter den schiitischen Geistlichen Stellung nahmen. Auf die Frage aus der Bevölkerung nach dem Grund für die Zerstörung ihrer Moschee wurden lachhafte Argumente angeführt, zum Beispiel: der Bau dieser Moschee wäre illegal gewesen und beim Bau seien technische Fehler unterlaufen.
Seit November vorigen Jahres hat die laizistische Regierung in Baku ein weiteres islamischfeindliches Projekt auf die Tagesordnung gesetzt. Das Ministerium für Bildung und Erziehung teilte ein neues Gesetz mit, welches mit der Islamischen Bekleidungssitte bricht. Er rief dadurch neue Probleme in dieser Republik hervor. Am 22. November 2010 hat Misir Mardanov, Minister für Bildung und Erziehung Aserbaidschans, in einer offiziellen Erklärung bekannt gegeben, Schülerinnen , die staatliche Schulen besuchen wollen, müssten eine Schuluniform tragen. Laut dieser Mitteilung besteht die Uniform der Mädchen aus einer weißen Hemdbluse mit einer dunkelroten Weste, einer blauen Jacke und einem schwarzweiß karierten Rock. Ein Kopftuch gehört nicht zu dieser Uniform.
In seiner Bekanntmachung unterstrich der Minister für Bildung und Erziehung von Aserbaidschan: „Unser Entschluss steht fest. Es gibt nur eine Schuluniform und alle Schüler müssen diese Uniform beim Betreten der Schule tragen. Schüler, die gegen diese Bestimmung verstoßen, haben nicht das Recht auf Einlass in die Schule.“
Nach dieser Bekanntmachung durch Mardanov haben weitere Verantwortliche auf untergeordneten Ebenen in Erwiderung der Proteste noch mehr Details des Hidschabverbotes durchblicken lassen und es hieß, dass das Rundschreiben des Ministeriums auch für Lehrerinnen gilt. Diese Anordnung, welche als erster Schritt der Regierung von Baku zum offiziellen Verbot des Hidschabs in diesem schiitischen Land gilt, rief heftige Reaktionen bei bekannten Persönlichkeiten aus Religion und Gesellschaft und islamischen Organisationen und Einrichtungen in der Republik Aserbaidschan hervor. Als erstes haben die Leiter von Parteien und Stiftungen in diesem Land durch Herausgabe von getrennten Bekanntmachungen nacheinander vor dem herannahenden Konflikt gewarnt. Zum Beispiel schrieb die MMDIB – Organisation für Nationale und Religiöse Einheit der Republik Aserbaidschan, welche eine der wichtigsten islamischen Organisation in dieser Republik darstellt, in ihrer Erklärung:
„Der Herr Minister ist durch die Bekanntgabe des Hidschabverbotes an den Schulen in Aserbaidschan in den Krieg gegen den Islam gezogen, aber er sollte wissen, dass kein Gesetz den Vorrang über die göttlichen Gesetzen haben kann.“
Im Gefolge der islamischfeindlichen Maßnahmen der Regierung der Republik Aserbaidschan und dem Verbot der islamischen Bekleidung für Schülerinnen fanden zahlreichen Protestversammlungen und Zusammenkünfte in den verschiedenen Städten dieses Landes statt.
Hadsch Mohsen Samadov, der Leiter der Islamischen Partei der Republik Aserbaidschan, sagte angesichts der weitgehenden Proteste gegen das Hidschabverbot für Schülerinnen: „Die Kundgebungen in den verschiedenen Gebieten der Republik Aserbaidschan aus Protest gegen das Hidschabverbot in Bildungszentren zeugen zusammen mit anderen Anhaltspunkten davon, dass die Mehrheit der Bevölkerung nicht mit der Einführung des Hidschabverbotes für Schülerinnen und Studentinnen, sowie Dozentinnen und Lehrer einverstanden ist.“ Samadov weiter: „Wenn die Regierung ihren Entschluss nicht korrigiert und unter Missachtung der Proteste der Bevölkerung dem nationalen Ansehen schadet, werden die Protestwellen der Bürger zunehmen und sich auf das ganze Land ausdehnen.“
Als Reaktion auf die Proteste hat die Regierung in Baku versucht, ihnen durch Sicherheitsmaßnahmen ein Ende zu bereiten.
Deshalb wurden Moscheenleiter und viele Aktivisten die gegen die islamfeindliche Politik der Regierung von Baku sind, festgenommen. Die Regierung führt ihre Sicherheitsmaßnahmen zur Durchsetzung der islamfeindlichen Gesetze weiter durch und will auf diese Weise die Protestrufe ersticken.
In diesem Zusammenhang darf nicht der Einfluss der Zionisten übersehen werden. Das zionistische Regime hat massiv in der Republik Aserbaidschan investiert, um dort die westliche Kultur und die Islamanfeindung zu verbreiten. Viele so genannte Kulturorganisationen, die unter dieser Bezeichnung in Wirklichkeit A-Moral in diesem Land verbreiten, befinden sich unter zionistischer Kontrolle. Zugleich drängen die Zionisten durch Beeinflussung der Regierung in Baku auf eine Steigerung der islamfeindlichen Regierungspolitik.
Die Maßnahmen der Laizisten in Baku ähneln denen, die Ataturk Kamal vor 80 Jahren in der Türkei vornahm. Dieser verwandelte sogar die Schrift in seinem Land in die Lateinische. Man sollte aber die jetzige Situation in der Türkei betrachten. Dort befindet sich die Partei der Gerechtigkeit und Entwicklung mit ihren zum Islam tendierenden Devisen seit 8 Jahren an der Macht und hat bei den Wahlen am Sonntag die größten Siegesaussichten. 80-jährige anti-islamische Politik der Laizisten in der Türkei hat dieses Land nicht näher an die Tore zur europäischen Zivilisation gebracht. Die Partei für Gerechtigkeit und Entwicklung mit ihren islamischen Tendenzen war es, die in den letzten 8 Jahren die politische und wirtschaftliche Situation der Türkei verbesserte und von der Bevölkerung wegen ihrer islamischen Orientierungen begrüßt wird.
Die Laizisten in der Republik Aserbaidschan sind nicht mächtiger als die in der Türkei, und letztere mussten nach 80 Jahren islamfeindlicher Politik ihren Platz an diejenigen abtreten, die die politische Bühne mit islamischen Devisen betraten. Das Zeitalter der Islamanfeindung ist zu Ende. Um sich davon zu überzeugen, genügt ein Blick auf die raschen Entwicklungen in den Nahostländern und den Sturz von gewaltsamen islamfeindlichen Herrschern in dieser Region.



